Die Senioren-Radler der SG Herschbach-Schenkelberg befahren bei ihren Jahrestouren seit 2003 überwiegend die Radwege an Deutschlands Flüssen und Seen. Dieses Mal war vom 25. Juni bis 01. Juli der Spree-Radweg in den Bundesländern Sachsen, Brandenburg und Berlin an der Reihe. Die Spree entspringt im Oberlausitzer Bergland südlich von Bautzen nahe der Grenze zu Tschechien und Polen. Sie mündet in Berlin-Spandau in die Havel. Vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC) wird dem Spree-Radweg mit 4 von maximal 5 Sternen eine hohe Qualitätsstufe bescheinigt. Diese Einordnung konnten die Ex-Kicker auf ihrer 15. Jahresfahrt voll und ganz bestätigen. In vier Tagesetappen wurden bei angenehmen Radlwetter 330 km zurückgelegt, ehe man die Hauptstadt Berlin erreichte. Gestartet wurde im sächsischen Bautzen in der Oberlausitz mit seiner wunderschönen historischen Altstadt. Die Silhouette wird geprägt durch die Stadt- mauer rundum, die Ortenburg sowie die Basteien und die 17 (!) Türme, die Bautzen den Beinamen „Stadt der Türme“ gegeben haben. Vorbei an der Talsperre Bautzen, dem Bärwalder See (mit 13 qkm größter See Sachsens), den Braunkohle-Großkraftwerken „Boxberg“ und „Schwarze Pumpe“ und der Talsperre Spremberg ging es in den Zielort der 1. Etappe, die brandenburgische Universitätsstadt Cottbus, dem Zentrum der Lausitz. Die drei weiteren Etappenorte waren Krausnick/Spreewald, die Domstadt Fürstenwalde und Berlin-Köpenick, wo in einem schmucken Hotel am Müggelsee (größter See Berlins) für zwei Tage das Endquartier bezogen wurde. Zwischenstopps und Mittagspausen wurden u.a. eingelegt im sächsischen Boxberg-Uhyst (Kreis Görlitz), in Spreetal-Neustadt vor den Toren Sprembergs („Perle der Lausitz“), im beschaulichen Spreewälder Kurort Burg, in Lübbenau („Herz des Spreewaldes“), in Kossenblatt mit seinem ehemaligen königlich-preußischen Residenzschloss und in der Oder-Spree-Kreisstadt Beeskow. Die Fahrt durch den landschaftlich reizvollen Spreewald gehörte zu den Höhepunkten der Tour. Der Spreewald – wichtigstes Reiseziel in Brandenburg – ist die in Europa einzigartige Flusslandschaft mit einem 1.000 km langen Wasserwegenetz, gespickt mit zahlreichen Seen und Teichen; er wurde 1990 wegen der großen Tier- und Pflanzenvielfalt zum UNESCO-Schutzgebiet erklärt. Etwa 100 Schleusen und Wehre dienen in dem Biosphärenreservat der Wasserregulierung. Die sog. Fließe sind wichtige Verkehrswege, auf denen Spreewaldkähne auch heute noch gemächlich über das Wasser gleiten. Dem abendlichen Besuch im Ratskeller des Köpenicker Rathauses, das einst durch den Gaunerstreich eines falschen Hauptmannes („Hauptmann von Köpenick“) in einer bühnen-reifen Aktion besetzt wurde, sollte am Tag darauf eine City-Spree-Rundfahrt per Schiff folgen. Doch diese fiel buchstäblich ins Wasser. Extremer Regen am Vortag und in der Nacht hatte die komplette Berliner Schifffahrt (teilweise auch Straßenabschnitte und Bahnstrecken) lahmgelegt. Die stattdessen unternommene Stadtrundfahrt mit dem Bus war ein passender Ersatz. Nach einer ereignisreichen Woche fand die erneut gelungene Radtour der SG-Senioren im Alter von 53 bis 78 J. mit der ICE-Heimfahrt Berlin Hbf > Montabaur ihr Ende. Die 14 Teilnehmer: Manfred Griebling, Theo Günster, Uli Hehl, Gerd Henkel, Horst Höwer, Achim Kiefer, Matthias Kiefer, Ottmar Krah, Ottmar Morgenschweis, Klaus Ortseifen, Werner Schmitz, Eckhard Weber, Friedhelm Weiand, Otmar Weiand. Eine willkommene Hilfe bildete wiederum das Service-Duo Höwer/Griebling, das für einen reibungslosen tourbegleitenden Rad- und Gepäcktransfer sorgte. Die Fotos zeigen die Gruppe beim Start in Bautzen und vor Mauerresten am Potsdamer Platz in Berlin. Außerdem einen Radler in voller Aktion.